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Leser zum Thema Malaria

Meinungen und Kommentaren von Surfern zum Thema Malaria. - Die sind völlig subjektiv und auf keinen Fall eine medizinische Empfehlung!

Winfried schreibt am 23. März 2009

Mit der Malaria-Prophylaxe wird in Deutschland nur Geld gemacht. Vorzuziehen ist eine Behandlung (wenn infiziert) in Thailand. Wichtiger finde ich z.b. eine Tetanus-impfung (in Deutschland sehr vernachlässigt), denn kleine Wunden oder Verletzungen verlaufen in Thailand anders als in Deutschland.

Anke schreibt am 3. Juni 2008 pro Malarone

Nachdem im Netz so viele (teilweise auch falsche) Informationen zum Thema Malaria kursieren, hier mein Beitrag, nachdem ich mich bei diversen (Reise)medizinern und Tropeninstituten schlau gemacht habe:

Wir fliegen Ende Juni für 4 Wochen nach Thailand mit Abstecher nach Angkor/Kambodscha. Haben uns entschieden, für die gesamte Reisedauer Malarone prophylaktisch einzunehmen.Hier die Gründe:

1. Malaria sollte nicht unterschätzt werden. Wenn man es erstmal hat, kann man die nächsten 2-3 Wochen im Krankenhaus verbringen, und das während des Urlaubs, selbst wenn man sofort ein Stand-by einwirft. Da die Inkubationszeit ca. 7 Tage beträgt, haben sich die Erreger, bevor Ihr von der Infektion merkt, schon fleißig vermehrt.

2. Auch in Gebieten, die praktisch als malariafrei gelten, kann Malaria auftreten. Stellt Euch einfach folgendes vor: Euer Zimmernachbar auf der malariafreien Insel X ist durch das Land gereist und war in einem Malariagebiet Y, hat sich infiziert und (wg. der Inkubationszeit) noch nichts bemerkt. Am Ort X wird er von einer beliebigen Mücke gestochen, die anschließend Euch sticht. Somit seid auch Ihr infiziert.

Okay, die Kosten. Malarone ist teuer, aber rechnet mal den Preis prozentual auf Euren Gesamt-Reisepreis um! Ich bin der Meinung, wer so eine Reise antritt, sollte das Geld sinnvoll in seine Gesundheit investieren. Habe in meinem Bekanntenkreis jetzt schon mehrfach von Leuten gehört und im Internet über Kandidaten gelesen, die sich mit Malaria infiziert haben, weil sie das Risiko unterschätzt haben; der Urlaub war dann gelaufen und das Geheulse nachher groß.

Nebenwirkungen gibt es natürlich auch. Aber Malarone soll im Vergleich zu anderen, älteren Präparaten besser verträglich sein, hat praktisch kaum Nebenwirkungen. Trotzdem kann man vor der Einnahme seine Blut (Leber-)werte überprüfen lassen. Und: die Nebenwirkungen stehen in keinem Verhältnis zu einer eventuellen Infektion.

Zusätzlich zu Malarone sollte man natürlich weitere Schutzmaßnahmen zur Verhinderung von Stichen ergreifen (was auch vor anderen Krankheiten wie z.B. Dengue-Fieber schützt), sprich DEET-haltige Lotionen, Moskitonetz, lange Kleidung in der Dämmerung usw.

Seid froh, dass es so eine simple und wirkungsvolle Möglichkeit gibt, sich vor Malaria zu schützen!!

Katrina am 2.3.2008 zu Malarone

Ich reise oft und ich kaufe Malarone immer online aus Holland, Das ist billig und funktioniert ganz gut. Ich spende das Geld liebe für meinen Urlaub.

Claudia schreibt am 14. Mai 2007:

Also ich war zwar noch nicht in Thailand unterwegs, hab aber für das südliche Afrika eine Malariaprophylaxe gemacht. Ich hab ca. 3 Wochen täglich eine Tablette nehmen müssen. Von dem bekannten Mittel "Lariam" wurde mir allerdings heftigst auch von Ärzten abgeraten! Ich hatte ein Mittel das "Malarone" und damit überhaupt keine Probleme, keine Nebenwirkungen, absolut verträglich!

Allerdings ist beim Malariamittel immer wichtig sich über die genaue Gegend zu informieren, weil es anscheinend für verschiedene Gegenden verschiedene Mittel gibt, da es auch verschiedene Malariasorten gibt.

Ich persönlich muss sagen, dass ich, auch wenn ich das Mittel gut vertragen habe, keine Prophylaxe mehr machen würde, sondern lieber das Mittel mitnehme und es bei einer akuten Erkrankung nehme, was sowie so auch mit Prophylaxe notwendig wird... Aber schlußendlich muss jeder selbst entscheiden, die Reiselaune sollte so was aber niemals trüben!! Also: Bon Voyage!

Michael schreibt am 1. März 2007:

Das Mittel ist das einzige, das man auch über eine längere Zeit ohne große Nebenwirkungen einnehmen kann: Doxycyclin (SUPRACYCLIN, DOXYSOL, VIBRAMYCIN u.a.).
Ein Antibiotikum mit zuverlässiger Schutzwirkung gegen Malaria. Eine gute Verträglichkeit konnte in neueren Studien dokumentiert werden. Insbesondere tritt eine Sensibilisierung der Haut auf Sonneneinstrahlung offenbar seltener auf, als zuvor vermutet. Allergische Hautreaktionen können aber nicht ausgeschlossen werden. Bei Frauen können Scheidenpilzinfektionen begünstigt werden.Die Einnahme von Doxycyclin erfolgt täglich und bis 4 Wochen nach Verlassen des Malaria-Gebietes. Für Kinder unter 8 Jahren und in der Schwangerschaft darf das Medikament nicht verwendet werden.
Doxycyclin kann nicht zur Malaria-Selbstbehandlung eingesetzt werden!

Andreas schreibt (28. Jan. 2004):

"Sowohl Stand-by also auch Prophylaxe halte ich, solange man sich nicht im tiefsten Nordosten Thailands aufhält, für total unnötig. Erstens sind das Leberfresser und zweitens geht man, wenn man den Verdacht hat infiziert zu sein sowieso zu 'nem Arzt. Der macht wiederum auch nichts anderes, als einem die entsprechenden Tabletten zu verabreichen (Und das zu fairen Preisen). Außerdem haben die Thai-Ärzte sowieso viel mehr Ahnung von Malaria als die Deutschen....find ich zumindest. Denn welcher Deutsche Arzt hat schon mal 'nen Malariainfizierten behandelt? In Thailand kommt das bestimmt öfters vor..."

Chris schreibt (2. Juli 2004):

"Jetzt muss ich zum Thema Malaria als tropengereister Medizinstudent auch mal meinen Senf abgeben: Als ich das erste Mal in die Tropen gefahren bin (Thailand, Kambodscha, Vietnam), habe ich mich auch der allgemeinen deutschen Panik bezüglich Malaria angeschlossen. Nach intensiver Recherche beim Gesundheitsamt, bei der reisemedizinischen Beratung, in meinem Mikrobiologiekurs in der Uni und sogar einem Telefonat mit der Entwicklerin von Malarone bei GlaxoSmith Becham habe ich folgende Meinung: Malaria ist nur ein Zehntel so schlimm, wie es hier in Europa gemacht wird.

Grundlegend: Es gibt drei Formen der Malaria: Die Tertiana (Fieber alle drei Tage), Quartana (Fieber alle vier Tage) und die Tropica (unregelmäßige Fieberschübe). Richtig akut lebensbedrohlich kritisch ist nur die Tropica (lebensbedrohlich innerhalb von Tagen), bei den anderen entwickelt es sich eher schleichender über mehrere Wochen.

Kurz gesagt funktioniert Malaria so: Ein Parasit lebt im Blut in den roten Blutkörperchen und bei längerem Bestehen als chronische Form in der Leber.
Er vermehrt sich in den Blutkörperchen, bis diese Platzen und die Parasiten ins Blut ausgeschwemmt werden (-> Fieberschub) und in die nächsten Blutkörperchen eindringen. Ein Mosquito sticht jemanden und sticht noch jemanden und überträgt dabei diesen Parasiten. Und ab jetzt wird's spannend.

Drei Möglichkeiten:
1. Man hat ein sehr fittes Immunsystem und der Parasit kommt nicht weit. 
2.Man hat mit Chemoprophylaxe vorgesorgt und Glück, dass der Erreger in dem Gebiet, wo man ist, noch nicht dagegen resistent ist (Beratung dringend empfohlen. Verschiedene Gebiete haben verschiedene Resistenzen!!!)
3. Man ist eine der wenigen armen Schweine, die es trifft und die eine Malaria bekommen.

Entscheidend ist, dass man sich bewusst ist, das man in einem Malariarisikogebiet ist und das man JEDES (!!!) Fieber umgehend (!!!!!!) ärztlich abklären lässt und nicht als Erkältung oder warten wir mal zwei Tage und schauen wir, ob es besser wird abtut (das gilt übrigens bis zu einem Jahr nach Aufenthalt in dem Malariagebiet. Also auch und gerade zu Hause beim Arzt darauf hinweisen!).
Chemoprophylaxe wiegt einen da in trügerischer Sicherheit, weil sie eben nicht 100 % ist. Mit dem relativ neuen (und sehr teuren) Malarone ist man momentan noch auf der relativ sicheren Seite (zumindest in Südostasien bisher wenig Resistenzen, aber wie gesagt Beratung), aber eben auch pleite...

Malaria ist eine sehr einfach zu diagnostizierende Krankheit. Man benötigt nur ein Mikroskop mit ein wenig Färbemittel, ein Tropfen Blut und zwei gesunde, geschulte, ärztliche Augen. Hat man sich eine Malaria gefangen heißt es eine Woche lang konsequent Tabletten essen, um Schlimmeres zu vermeiden. Die Ärzte in den entsprechenden Gebieten sind da sehr fit, weil sie es deutlich häufiger sehen als irgendein normaler Arzt in Europa (die kennen es 99,9% auch nur aus dem Lehrbuch. Tropenmediziner ausgenommen).

Als Hintergrund ist noch zu bemerken: Jede dritte Mücke in Südostasien (zumindest in den bösen Gebieten) hat laut Studien den Malariaerreger. Sprich rechnerisch bei dreimaligem Stechen hat man gute Karten einen Treffer zu ziehen. Ich bin in den 6 Wochen damals sicherlich mehr als 200 mal gestochen worden und clean geblieben.

Viel wichtiger als Chemoprophylaxe: Grundregeln konsequent befolgen, sprich Mosquitonetz, 24 Stunden Mückenschutz mit Autan etc., nicht gerade bei Sonnenuntergang im Freien sitzen usw... Wenn man das befolgt, dann kommt man als normaler Tourist ohne Chemoprophylaxe normalerweise problemlos gesund durch (Restrisiko ist immer!!!).

Für Leute, die sich sehr ins Abseits begeben, mehr als 24 Stunden von medizinischer Versorgung entfernen (gerechnet unter 40-Grad-Fieber-Bedingungen!) ist es dringend zu empfehlen eine sogenannte Standby-Medikation mitzuführen. Bei plötzlich auftretendem Fieber, keiner erreichbaren medizinischen Versorgung, kann man dann als Notfallverfahren die Tabletten auf Verdacht nehmen. Rettet einem bei einer Tropica den Hintern und wenn's doch nur der Schnupfen war, dann hat es auch nicht wirklich geschadet...
Sind meist die gleichen Präparate, die auch zur Prophylaxe verwendet werden.

Zu den Präparaten:
- Das bekannteste ist wohl Lariam: Inzwischen viele Resistenzen, kann ziemlich üble Nebenwirkungen machen, massive, lang anhaltende depressive Verstimmungen, Magen-Darm usw... relativ bezahlbar. 1 mal pro Woche zur Prophylaxe.
-Das neueste Medikament auf dem Markt ist Malarone: Hervorragende Verträglichkeit (kein Unterschied in Vergleichsstudie zu Placebo), sehr gute Schutzwirkung (Erreger hatten noch nicht so lange Zeit Resistenzen zu entwickeln), aber zumindest als Prophylaxe beinahe unbezahlbar teuer.Muss täglich genommen werden, Packungen a 12 Tabletten um die 60 Euro...Als Standby sehr zu empfehlen!
-Doxycyclin: In Deutschland für diese Indikation nicht zugelassen (sprich, man wusste bei der Zulassung noch nichts von dem Malariaprotektiven Effekt).
Ist eigentlich ein Antibiotikum (Tetracyclin), kann aber als Malariaprophylaxe verwendet werden. Es gibt hierfür inzwischen auch eine WHO-Empfehlung.
Sehr günstiges Präparat, aber (Haken) es macht die Haut extrem lichtsensibel. Wo Malaria ist, ist meist auch die Sonne und deswegen nur eingeschränkt zu empfehlen. Wirkt NICHT als Standby, nur als Prophylaxe!!! Beginnende Resistenzen...
-es gibt noch ein paar, aber das sind momentan die Wichtigsten....

Diese Medikamente sind alle verschreibungspflichtig. Das soll nur eine kurze Vorstellung der wichtigsten Medikamente sein, entscheiden, was für euer Gebiet das Richtige ist, muss der Arzt eures Vertrauens (in Deutschland meist Malarone), da sich die Resistenzlage fast jährlich ändert (verschlechtert) muss man die Medikation auf das Gebiet abstellen.

Mein Fazit: Als Tourist ist man nicht dem gleichen Risiko ausgesetzt wie ein Plantagenarbeiter und man hält sich auch "nur" ein paar Wochen (die ausreichen können) in dem gefährdeten Gebiet auf. Wenn man dieses Wissen (s.o.) im Hinterkopf hat und sehr verantwortungsvoll mit den einfachen Prophylaxemassnahmen umgeht, umgehend den (billigen) Arzt in Thailand aufsucht, wenn einem was Spanisch vorkommt, dann kann man ohne Chemie gut fahren. Ich bin in meinem Mikrobiologiekurs erschrocken, was man sich in den Tropen alles fangen kann, Würmer, Billharziose usw.

Malaria stellt da in meinen Augen eines der geringeren Probleme dar. Es ist nur sehr bekannt und die Pharmaindustrie verdient Millionen daran.
In meinen Augen nur sinnvoll bei dort Lebenden oder Stewardessen etc...

Wenn es in dem Gebiet sinnvoll ist und man es sich leisten kann und man sonst nicht schlafen kann, dann meine persönliche Empfehlung für Malarone. Lariam würde ich eher abraten. Wegen der heftigen Nebenwirkungen wir des in Deutschland gar nicht mehr empfohlen (im Gegensatz zu Holland...)
Ich persönlich würde in Thailand gar nichts machen, da der medizinische Standard da hoch genug ist und man überall einen Arzt und Medikamente herbekommt. Ich werde diesen Sommer wieder 7 Wochen in Asien sein, 4 Wochen davon voraussichtlich in Phuket im International Hospital zum Praktikum.

Aber ganz klar gesagt: Malaria kann tödlich sein und nur der verantwortungsvolle Umgang damit rettet Leben!

Meine persönliche Geschichte: Ich habe meine letzten zwei Tage in Bangkok auf Intensiv verbracht (wegen einer anderen Geschichte. Verschleppter Abszess mit generalisierter Sepsis. Nicht nett...), hatte sechs Wochen keine Chemoprophylaxe gemacht (nur Standby aus Doxycyclin und Chinin (Finger weg, Chinin ist was für Spezialisten). Macht böse Herzrhythmusstörungen, ist aber das Einzige, was bei einer komplizierten (verschleppten) Malaria auf Intensivstation noch hilft). Als Nebenbefund aus meinen Blutwerten wurde ich positiv auf Malaria getestet (Elisa-Test. Sprich ich hatte einen Antikörpertiter gegen die Parasiten), bin aber bis heute vollkommen klinisch gesund geblieben. Ich wette mit dir, dass man sich in Bangkok an den Flughafen stellen kann und bei 99,9 % der Heimreisenden so einen Titer nachweisen kann, die nichts davon wissen und auch nie krank werden.

Also, das hier stellt nur eine persönliche (wenn auch fundierte) Meinungsäußerung dar, ohne jede Intention der Beratung (bin ja noch kein fertiger Arzt) und das niemand auf die Idee kommt mich zu verklagen. Es muss jeder selber wissen, was er macht!

Weiterführende Infos:

Pfeil http://www.who.int/ith/chapter07_01.html

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