
Unhöflichkeit für Anfänger!
Das beruhigt ungemein: In Thailand ist schicklich, was ich daheim nicht
tue. Viele Thai - Prolls rotzen lautstark in jede Ecke. Zuvor ziehen sie
den Rotz mit beachtlichem akustischen Aufwand von ganz unten hoch.
Boooaah, wie widerlich!
Das finden – ausgleichende Gerechtigkeit – viele Thais auch angesichts
der Sitten mancher Farang - Prolls. Letztere bemühen sich nach Kräften,
unser Image in Thailand endgültig zu ruinieren. Die benehmen sich so, dass
sie nicht nur negativ auffallen, nicht nur den Zorn einer ganzen Gemeinde
auf sich ziehen, sondern am besten noch von Ordnungskräften abgeführt
werden. Weil außerordentlich viele Farang - Prolls sich und uns häufig
blamieren, nehme ich an, das macht ihnen Freude.
Die weltweite Verbreitung von Freude ist Thaiminators Ziel, weshalb ich
hier ein paar prima Tipps zum Blamieren beisteuere. Mit einigen Tipps
schafft man es sogar, des Landes verwiesen zu werden (allerdings nicht
sofort)!
Dabei ist es zumindest im weltoffenen Bangkok und in Touristenzentren
nicht ganz einfach, sich zu lächerlich zu machen. Thais sind meist recht
großzügig und zudem inzwischen an Prolls aus dem Westen leidlich gewöhnt.
- Sind nun mal Farangs, und die sind in Thailand bekanntlich etwas "ding -
dong".
Die Faustregel für die gepflegte Blamage: Sofort die Contenance
verlieren und keinesfalls lächeln. Geschimpfe oder gar Wutausbrüche
disqualifizieren uns in den Augen der meisten Thais.
Kleidung
Verlockend: 35 Grad im Schatten und eine Luftfeuchte wie im Dampfbad.
Am liebsten alle Klamotten vom Leib reißen und allenfalls noch einen
String anbehalten.
Blamierprofis präsentieren Cellulite, Speckfalten sowie die Folgen
übermäßigen Konsums von Singha und Sonnenstrahlen jedem, der's nicht sehen
will. Nicht nur Thais sind angesichts solch unansehnlicher Ansichten ganz
und gar nicht entzückt.
Wer Verbotenes tun will, der bade nackt. Frauen haben's ganz leicht:
"oben ohne" ist ihnen ebenfalls nicht erlaubt.
Jeder Thailand-Reiseführer betont, dass Thais Wert auf gescheite und
saubere Kleidung legen. Lange Hosen und Hemden bzw. Blusen mit mindestens
halben Arm gelten als Mindestausstattung.
Ebenfalls legen die meisten Thais großen Wert auf Körperpflege. Zum
Glück gibt es ein paar Thai-Prolls, die verdreckt, versifft und halbnackt
demonstrieren, das es auch anders geht. Wer sich stilistisch an diesen
Personen orientiert, geht sicher, ebenso wie diese hoch angesehen und
geachtet zu werden.
Stefan mailt: Wenn´s mal zuviel wird mit den
freundlichen Einladungen zur Massage, zum Drink, zum Schneider oder
wohin auch immer, hilft nicht standhaftes Ignorieren, sondern ein ebenso
freundliches "No, thank you" oder noch besser in thai "mai ao krap,
kopkun krap" (letzteres klappt sogar in Bangkok)
Lecker rauchen
Das Recht, über stinkenden Tabaksqualm zu schimpfen, habe ich durch
den leidvollen Entzug von Ernte 23, Krong Thip 90 und Javaanse Halfzwaar
redlich erworben. In Thailändischen Kneipen brauche ich das seit Anfang
2008 nicht mehr. Denn Rauchen ist dort nicht nur unhöflich und eine üble
Belästigung für geläuterte Ex-Qualmer wie mich. Rauchen ist seit
Anfang 2008 in allen Restaurants, Bars, Clubs und Discos schlicht und
einfach verboten. Und zwar radikal: es gibt auch keine abgetrennten
Raucherräume. Seit Mai 2008 ist das Rauchverbot dann auch strafbewährt:
Etwa 400 Euro wird der illegale Rauchgenuss kosten. So viel zum Thema
"Duft der großen weiten Welt" Tempel...
...sind natürlich als Fotomotive oder Touristenattraktion gebaut
worden, -keinesfalls als Gebetsstätten (dass sie so genutzt werden, sollte
einen Blamierprofi nicht irritieren).
Es ist dort extrem unhöflich (und nach Thailändischem Strafgesetzbuch
teilweise verboten):
Menschen beim Gebet zu stören.
mit den Füssen auf Buddhastatuen zu weisen (was meist unbeabsichtigt
geschieht!!!).
Buddhastatuen zu berühren.
Buddhastatuen zu erklettern (sehr böse!).
Tempel mit kurzer Hose / Rock und leichtem T-Shirt zu betreten. Auch aus Sarongs und Tüchern improvisierte lange Überkleidung
empfinden viele als überaus lächerlich.
Buddhastatuen als Dekoration für Gagfotos zu missbrauchen.
richtig falsch verhalten
Klar, dass man - wenn überhaupt - als Höflichkeitsfloskeln allenfalls
mal ein "Hello" oder "Thanx" herausquetscht. Die Person gegenüber könnte
ja denken, man respektiere sie...
Ebenfalls vermeiden Blamierprofis den WAI auf jeden Fall. Das
bedeutet, die Handflächen vor der Brust oder gar vor den Kopf
zusammenzulegen, um sich für eine besondere Nettigkeit oder Einladung zu
bedanken.
Wer einen Thai beleidigen will, der berühre ihn/sie am Kopf. Ein
ganz sicherer Tipp: Auch nett gemeinte Berührungen (auch bei Kids)
werden nicht so verstanden!
Öffentlich Zärtlichkeiten auszutauschen ist ebenfalls eine sichere
Blamiermethode.
Wollen Frauen Mönche in echte Krisen stürzen, dann geben sie ihnen
etwas, oder noch effektiver: sie berühren sie! Die armen Kerle müssen
sich dann aufwändigen Reinigungsritualen unterziehen.
Mehr als unfein empfinden die meisten Thais die Beleidigung des
allseits verehrten Königs.
Die Höchstrafe
Thailändische Behörden verlieren jeden Humor, wenn es um Drogen geht!
Wer auf wütende Cops steht, endlose Verhöre in einer fremden Sprache liebt
und gerne auf verlausten Gefängnispritschen vergammelt, der ziehe sich in
Thailand Drogen rein.
Bernd, der in Thailand lebt und sich im Lande besser auskennt als ich,
schreibt dazu:
"Die Justiz dort ist überaus hart bei Drogenbesitz, die Strafen sind
nach unseren Maßstäben drakonisch und werden auch vollstreckt. Raus aus
dem Dreck kommen Sie dann vorzeitig, wenn Ihre körperliche Verfassung so
schlecht ist, dass Sie gesundheitlich dem Land entweder zur Last fallen
oder man dem Botschafter erklären müsste, warum Sie dort im Knast
jämmerlich verreckt sind. Ohne dass Ihnen ein freundlicher Mensch mit
finanziellen Zuwendungen hilft, sich in der Haft lebensnotwendiges Dinge
zu kaufen, sind Sie so gut wie verloren, das ist die einzige Hilfe, welche
die Botschaft für Sie in engen Grenzen noch leisten kann.
Ich durfte vor Jahren für 2 Kinder eintreten und bei der Botschaft
vorsprechen, weil der Herr Papa in Drogengeschäfte verwickelt war, die
Kinder waren bei der thailändischen Großmutter in einem von Europäern
vermutlich als Slum eingestuften Wohngebiet untergekommen.
Der Vater hatte 8 Jahre abzusitzen, die unbeteiligte Mutter 4 Jahre,
weil Sie die Straftaten nicht verhindert (oder angezeigt) hatte. Für die
gleiche Menge sehen Sie hierzulande noch nicht mal den Richter, das gibt
entweder gar nichts wegen Geringfügigkeit oder einen Strafbefehl.
Falls mal die Reisekasse knapp wird, können Sie Ihren Aufenthalt ganz
einfach verlängern, indem Sie einen bereits ausgegebenen Reisscheck als
"verloren" melden. Pro unterschlagenen 100 Euro sind Ihnen zwischen 1 und
2 Jahren sicher, aber leider nicht am Strand sondern im Arbeitslager.
Diese Informationen sind kein Hörensagen, ich bin seit 20 Jahren mit
einer Thai verheiratet, spreche die Sprache fließend und halte mich in
Thailand üblicherweise da auf, wo es Touristen nicht gibt und Lao die
einzige gängige Fremdsprache ist."
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