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Aus dem überhitzten Bangkok kommend, irritiert zunächst die
Reizunterflutung. Ruhige Menschen schlendern über verkehrsberuhigte
Strassen.
Der Mutterstrom - Mekong - zieht gemäßen Flusses dahin und hat seine
Würde bewahrt. Der Mekong wird nicht wie der Chao Phraya in Bangkok von
dichten Schwärmen nervöser Boote zerpflügt. Nur vereinzelte Boote
gleiten gemächlich über das Wasser.
Selbst die Hitze verhält sich hier eher unauffällig. Die Klimaanlage im
Zimmer schalte ich erst gar nicht an. In Nong Kai pulsiert das Leben
etwa wie in Höxter oder Bigge-Olsberg so gegen 15 Uhr an einem Sonntag,
wenn die Bürgersteige hochgeklappt werden. Nong Kai ist Grenzort nach
Laos und damit der Arsch von Thailand und gefühlter Arsch der Welt.
Vornehmlich fortgeschrittene Farangs kommen nach Nong Khai. Viele auf
der Durchreise nach Laos, aber einige bleiben auch länger und manche
überwintern hier. Junge Backpacker verirren sich eher selten hier her.
Der nächste Techno-Club ist etwa 500 km entfernt. So weit ist es nämlich
bis Bangkok.
Die Faltblätter der Tourismusbehörde preisen neben dem Mekong und der
Freundschaftsbrücke nach Laos am anderen Ufer, einige Buddhastatuen als
Sehenswürdigkeiten. Die sehen etwa so beeindruckend aus wie die, die in
Bangkoks Chinatown in Folie verschweißt auf kitschbewusste Kunden
warten. Kulturhistorisch sicher hoch bedeutsam. Ich werde sie mir nicht
ansehen.
Die Umgegend bietet landschaftlich eher Anlass zu Kontemplation.
Kilometerweites Buschland, gelegentlich aufgelockert durch ein trockenes
Reisfeld, in dem träge graue Rinder wie Statuen verharren.
Mit dem Moped erkunde ich die Gegend. Tabak- und Maisfelder und
schurgerade Straßen in östlicher Richtung. Ein Tempelchen hier und da
erinnert daran, dass ich nicht am Niederrhein, sondern am Mekong
unterwegs bin. Eher untypisch für den Niederrhein sind auch die Figuren
entlang der Straße, die irgendwer mit der Heckenschere aus dem Gebüsch
geschnitten hat: Elefanten, Schlangen, Rinder. Selbst vor
Motorradfahrern und korpulierenden Rindern schrecken Thailändische
Scherenschneider nicht zurück. Auf einem Feldweg attackiert mich eine
Schar aufgebrachter Gänse.

Westlich von Nong Khai bieten kurvigere Straßen etwas mehr Fahrspaß.
An einem Nachmittag fahre ich nach Chiang Mai, einem verschlafenen Ort,
der nur den Namen mit Thailands zweitgrößter Stadt gemeinsam hat, und
sehe dort die
Laotische Hauptstadt Vientiane am anderen
Ufer des Mekong.
Nong Khai kurz & knapp
Grenzort nach Laos am Mekong. Die
Laotische Hauptstadt Vientiane
ist etwa 30 km entfernt.
Die Grenze markiert der Mekong. Grenzüberquerung:
Brücke der Freundschaft.
Hinkommen mit Bus oder besser mit der Bahn ab Bangkok.
Ca. 700 Baht für die Nachtfahrt im Schlafwagen 2. Klasse.
Am Bahnhof in Nong Khai (etwas außerhalb der Stadt)
warten Tuk-Tuk Fahrer und fahren Reisende zu Guesthouses am Fluss.
Übernachten: z.B. Mekong Guesthouse, direkt am
gleichnamigen Strom. DZ ab 450 Baht. Rimkhong Road (siehe rote
Markierung in der Karte oben)
Ebenfalls an der Rimkhong Road am Mekong: Der
"Indochina - Markt": z.T. sehr originelle Produkte an überdachten Wegen. |
gesund & lecker
Das Auffälligste in Nong Kai ist eine Kneipe namens "Bei Nobbi",
etwa 20 Meter entfernt vom Mekong an der Rimkhong Road. Was auf Phuket
peinlich wäre, ist hier durchaus charmant. Trotzig Bitburger Bier,
Leberwurst und eingekochte Schattenmorellen anzubieten, verdient
Respekt. Wer kein Vegetarier ist und sich weder um seine Figur, noch um
den Cholesterinspiegel sorgt, bekommt bei Nobbi mit dem "Big German
Breakfast" den ultimativen Abfüller.
Noch eine Empfehlung: Direkt gegenüber von Nobbi bietet das
Vietnamesische "Daeng Namnuang" Restaurant Asiatisches Essen der ganz
anderen Art. Der Laden ist in ganz Thailand bekannt und liefert bis
Bangkok! Gepflegtes Ambiente, originelle Speisen (KEIN REIS!!!) und
dafür etwas teurer als die Garküche. Dennoch: Für 3 EUR selig satt!

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