Golddorf und Tsunamitown;
entspannt und vollversorgt: Khao Lak
Das etwas gammelige Khao Lak 1.0 ist untergegangen. Khao Lak 2.0 entstand nach
dem Tsunami: ein blitzblanker Ort mit viel zu vielen Tourismusangeboten.
Weil die nicht voll ausgelastet sind und sich weitläufig im Ort und am
Strand verteilen, schlägt des Herz von Khao Lak mit einem Ruhepuls von
20.
Unentwegt schneiden zwei Thais den Rasen. Sie sind die einzigen Menschen in
einer Anlage, die Traumurlaub für 250 Menschen produzieren könnte. Doch
nun produziert die allenfalls kurz geschorenes Gras.
Es ist Nebensaison. Doch das erklärt die Leere nicht. Vans und Busse
kutschieren ganze Ladungen Touristen in den Ort. Steter Austausch mit
dem Flughafen in Phuket, gut 70 Km entfernt. Die Menschen verschwinden
irgendwo an Hotelpools, auf Tauchbooten oder bei Elefantensafaris und
tauchen nur noch selten und vereinzelt wieder an den weitläufigen
Stränden oder im Ort auf. Nur abends ist Khao Lak belebt, weil Pauschaltouristen von den
unverschämt teuren Hotelrestaurants zu günstigen Kneipen und Garküchen
pilgern. Belebt, aber nicht voll.
Einige Ressort unmittelbar am Strand wirken wie Westernstädte nach Ende des
Goldrausches. Tui, Neckermann und Expedia pumpen nicht genug Rohstoff in
Form erholungsbedürftiger Westler nach Khao Lak. Zahlreiche neue und
gepflegte Anlagen entlang des Strandes sind nicht ausgelastet. Wer sich
an den Strand verirrt, hat einen gefühlten Kilometer Sand für sich
allein.
Video: Am Strand in Khao Lak
Khao Lak Kurz & knapp
Badeort im Südwesten von Thailand (Provinz Phang Nga), nördlich der bekannten Insel
Phuket. Bis zum Flughafen in Phuket sind es ca. 70
km, bis Phuket Town ca. 90 km.
Beliebt als Ausgangspunkt für Tauchtouren, insb. zu den Similan Islands
Hinkommen ab Bangkok...
Bus (ca. 400 Baht) oder Bahn plus Bus (ca. 900 Baht), jeweils über Surratthani
Fliegen (Nok Air oder One-Two-Go) rund 2.000 Baht bis Phuket Airport
Hinkommen ab Phuket Airport...
... fährt das bequeme Taxi für teure 1.200 Baht. Oder mit dem Minibus für 100
Baht zum Public Bus Terminal und dort in den Linienbus wechseln (90 Baht)
Ab Phuket Town. Mit dem Linienbus Richtung Surratthani
wohnen:
Fasai Bungalow: Das ist keine Bungalowanlage, sondern ein Guesthouse mit über 20 sehr guten
Zimmern. Zimmer in der Nebensaison ca. 500 Baht, Hauptsaison ca. 1.000
Baht.
Östlich der Hauptstraße.
Khao Lak Youth Club: Etwas teurer als Fasai, ebenfalls östlich der
Hauptstraße, am nördlichen Ortsausgang.
Nach der Flut
Der Goldrausch kam nach der Flut. Hilfsgelder zum Wiederaufbau flossen üppig
und verwandelten das ehedem wild wuchernde und in manchen Ecken etwas
schmuddelige Khao Lak in ein potenzielles Golddorf im Wettbewerb „Unser
Dorf soll schöner werden.“ – Zumindest wenn der grausige Hintergrund der
Verwandlung ausgeblendet wird.
Hier war 2004 das Epizentrum der Flut, die nie ganz abgeflossen ist. Augefällig
hat sie im rund einen Kilometer breiten Streifen zwischen dem Ozean und
der Hauptstraße neue oder grundlegend renovierte Gebäude hinterlassen.
Das Tsunami-Museum informiert Touristen, die etwas weiter eifrig das
Polizeiboot knipsen, das die Welle weit landeinwärts gespült hatte.
Tsunami-Freiwillige haben ihr Camp in den südlichen Bergen und noch
immer zu tun. Unweit der Warnsirenen am Strand blickt, einer Mutter Gottes gleich,
eine mehrere Meter hohe, weiße Statue der Göttin Dschau-Mae-Guan-Ihn auf
das Wasser und wacht über die Menschen.
Doch die Flut hat vor allem die
Menschen gezeichnet. Selbst Indische Schneider vergessen manchmal ihre „nice
Suits“ und ihre „sssssaugünstigen Anzüge“. „Many dead. Many many friends“,
sagt einer.
Reservate für Bäckpäcker
Der Puls des großen Touristenorts schlägt ruhig und wer entspannen will, ohne
dabei auf touristische Vollversorgung zu verzichten, wird sich in Khao
Lak wohl fühlen. Das Angebot ist komplett, aber nie aufdringlich, so wie
auf Ko Samui oder
Phuket. Khao Lak ist eher auf Pauschalreisende
eingerichtet. Backpacker kommen zwar auch auf ihre Kosten und finden
alles, was sie brauchen, werden aber nicht so umfassend betuppert wie an
manch anderen Orten in Thailand.
Was Rucksacktouris wirklich fehlen dürfte, sind diese Frühstückskneipen, die
verschiedene Sorten Kaffee, Cappuccino, Latte oder Espresso („finest
Arabica Ground Coffee“) feil bieten und sich frischer Baguette und
Croissants von einer „Original Italian Bakery“ rühmen (die meist etwas
pappig schmecken). Dort beglücken Eier mit Speck, Omelettes, Joghurt,
Müsli, Obst Salat und eben guter Kaffee schon früh morgens Farangs.
In Bangkoks Khao-San-Viertel findest du solche Läden. Ebenso in
Krabi, auf
Ko
Samui, Ko Phanghan,
Ko Lanta und überall, wo sich Rucktouristen
massenhaft herumtreiben. In Khao Lak verbringen aber überwiegend
Pauschaltouristen ihren Urlaub und verspeisen das im Reisepreis
enthaltene Frühstück in ihrem Resort. - Kaum Bedarf für
Frühstückskneipen.
Zum Ausgleich habe ich einen Laden entdeckt, der (auf Deutsch!) „Filterkaffee
und Kuchen“ anpreist. Leider öffnet der erst mittags, wenn die
Pauschalis mit dem Frühstück fertig sind.
Kicki mailt zu Khao Lak: "Ja, ich muss Dir recht geben - viele
Restaurant machen erst Mittags auf, außerdem will ich nicht unbedingt
westlich frühstücken. Ziemlich schwierig, wenn man wie wir vor 2 Jahren
in Khao Lak an einer Tauchbasis arbeitet. Da muss man echt suchen, oder
als Alternative kann man noch einen Bungalow mit Kühlschrank mieten und
sich dann was zum Frühstück im AngTong-Supermarkt kaufen. Gruß an alle
Thailand-Fans! Kicki."
Khao Lak liegt entlang einer Straße , die parallel zum langen Strand im Westen
verläuft. Freunde gepflegter Sprache freuen sich, dass ein Strand im
Norden von Khao Lak "Kuhkacke" (oder so ähnlich) heißt. Im Osten begrenzen bewaldete Hügel den Ort. Östlich der
Hauptstraße und knapp einen Kilometer vom Strand entfernt finden Rucksacktouris einige feine
Guesthouses und preiswerte Bungalows.
Südlich schlängelt
sich die Straße durch die Berge. Hier hast du an einigen Stellen grandiose
Aussicht auf den Ort.
Marketingmantra: "Taxi Taxi"
Jeder Ort in Thailand hat sein eigenes Mantra, mit dem Reisende unentwegt beglückt
werden. „yes, suit, Sir“, verkünden Indische Schneider überall in
Thailand. „10 Baht, one hour“ werben Tuk-Tuk-Fahrer in Bangkok. „Railey
Beeeeeee“, preisen Kapitäne in Krabi ihre Bootstouren an und „Taxi,
Taxi“ erklingt es in Khao Lak.
Taxifahrer fischen nach den zahlreichen Touristen, die aus den im Umland
verstreuten Ressorts in den Ort gekommen sind und wieder zurück wollen.
Zwar sind hoffnungslos zu viele Droschken unterwegs, dennoch verlangen
die Fahrer üppig Geld. Und selbst das Fahren im sonst in Thailand extrem
billigen Songtau (beplankter Lieferwagen) kostet hier richtig Geld.
Jedenfalls für Touristen.
Ferienspiele
Prospekte, die folgende Aktivitäten bewerben, fliegen überall in Khao
Lak herum. Niemand muss fürchten, etwas zu verpassen.
Tauchen
Tauchausflüge nach den Similan Islands
Elefantentrekking
Dschungel-Trekking zu Fuß
Besuch im Minizoo und Orchideengarten
Tsunami Museum
diverse Boots- und Schiffstouren
Minigolf
Thai Kochkurse
Thai Boxing (passiv)
Mountain Biking
Mopedfahren
Keine der Aktivitäten wurde von Thaiminator getestet. Außer dem
Mopedfahren - mit verheerenden Folgen:
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