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Malaysia:
Thailands südlicher Nachbar

Bereits kurz nach der Ankunft auf dem Airport von Kuala Lumpur (KL) lässt sich die Mentalität des Landes studieren.  Überdimensionale Plakate werben entlang der Straße in die 70 Km entfernte City mit dem Slogan "Visit Malaysia" ("mache ich doch gerade, was soll die Werbung hier?"). Kurz darauf ein Plakat: "Don't say 'Thank You', say 'terima khasih'!" und eines: "Don't say 'Good Morning', say 'selamat pagi'!" ("warum sind diese Botschaften nicht komplett in Malaiisch, das wäre konsequent..."). Und dann noch: "Raise our Flag! - Zeige unsere Flagge!". ("...Malaiischer Nationalismus doch auf Englisch?...")

Ehemalige Kolonie des Britischen Empire, muslimisches Land mit protestantischer Arbeitsethik, aufstrebende Industrienation mit unterentwickelten Landstrichen und weißen Flecke auf Landkarten, unzählige Volksgruppen mit eigenen Bräuchen und Sprachen. - Krieg das mal unter einen Hut!

Der Hut ist - zumindest für Frauen - das Kopftuch, wie es der Prophet seinen Töchtern aufs Haupt wünscht. Das gehört in Malaysia sogar zur offiziellen Uniform bei McDonalds und Kentucky Fried Chicken. Ich glaube, in keiner Stadt gibt es mehr Filialen Amerikanischer Fastfoodketten als in KL. Dafür gibt es kaum Garküchen. Die sind im Stadtbild unerwünscht - entsprechende Verbotsschilder an jeder Ecke. - Dahinter meist ein McDonalds, in dem Frauen mit Kopftuch Burger garantiert ohne Schweinefleisch servieren.

Malaysia kurz & knapp

Zwei geografisch und kulturell getrennte Landesteile: Das "entwickelte" Festland (südlich von Thailand) sowie die Dschungelländer Sawarak und Sabah auf der Insel Borneo.

Einreise: 3 Monats-Visum wird bei Einreise in den Pass gestempelt, der noch ein halbes Jahr gültig sein muss.

Hinkommen: Flugzeug von überall oder mit Bus, Bahn (oder zu Fuß!) aus Thailand.

Währung: Ringgit (RM)

Sprache: offiziell Malaiisch (Bahasha Malaysia), inoffiziell ist Englisch problemlos.

Hauptstadt: Kuala Lumpur

Dominante Religion ist der Islam; freie Religionsausübung garantiert die Verfassung.

Warum nach Malaysia?

Manche wollen nach Malaysia, um ihr Visum für Thailand zu verlängern (einmal die Grenze überqueren, ein paar Stempel in den Pass stempeln lassen und man hat wieder 30 Tage in Thailand). 

Manche sind froh, dass man seine Nachbarn nicht in Malaysia trifft (die liegen nämlich gerade in Thailand am Strand herum) und dass Malaysia zwar nicht so touristisch wie Thailand, aber dabei - zumindest auf dem Festland - durch und durch "zivilisiert", "entwickelt" und ungefährlich ist (anders als etwa Kambodscha oder Laos).

Auf den nordwestlichen Inseln Langkawi und Penang hat man Hundert Meter Traumstrand für sich allein, die Cameron Highlands im Landesinneren sind angenehm kühl und KL ist eine faszinierende Metropole (wenn auch weniger charmant als Bangkok).

Zudem hat Malaysia als Schmelztiegel unterschiedlicher Kulturen einen ganz eigenen, eigenartigen Charme. 

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Ringgit Note mit Prinz Karneval

Warum das Antlitz von Prinz Karneval Malaiische Banknoten schmückt, wissen nicht einmal Rheinländer...

Reisetipps

Malaysia ist touristisch weniger erschlossen als der nördliche Nachbar Thailand. Tourismus wird aufwändig gefördert, dabei haben die Malaien aber vor allem Pauschaltourismus auf gehobenem Niveau im Visier.

Es gibt zwar eine touristische Infrastruktur für Backpacker mit Guesthouses, Travellerkneipen und Inlands-Reisebüros. Verglichen mit Thailand aber eher spärlich. Anders als in Thailand muss man in Malaysia suchen und sich um mehr Dinge selbst kümmern als in Thailand. Nepper und Schlepper - in Thailand ebenso nervig wie nützlich - sind eher selten. 

Umfangreiche Urlaubsvorbereitung - in Thailand unnötig - ist in Malaysia sinnvoll. Es gibt eben nicht alles überall. Einen Bus- oder Bahntrip bucht man, nicht wie in Thailand, eben mal schnell im Guesthouse oder im Reisebüro um die Ecke. Dazu rennt man in Malaysia zum Bahnhof oder zu Busterminals (und reiht sich erst mal in die Schlange am falschen Schalter ein). Letztlich klappt zwar Alles (Malaien sind ebenso freundlich und hilfsbereit wie Thais), aber während ich in Thailand einen gedruckten Reiseführer für überflüssig halte, empfehle ich den für Malaysia unbedingt.

Geld: Die Währung: Ringgit (MYR).

Tageskurs: 10 Ringgit = Währungsrechner

Faustregel für alle, die aus Thailand kommen: ein Ringgit ist rund 10 Baht wert.

Geld wechselt man bei Banken (schließen meist um 15.00 Uhr). Nach meiner Erfahrung ist es sinnvoll, ein paar Hundert Ringgit in der Tasche zu haben, wenn man ins Land einreist. - Es gibt nicht immer eine Bank, wenn man eine braucht (selbst auf dem Airport in KL war die Wechselstube geschlossen, als ich abends mit einem Jumbo aus London ankam). Also schon vorher wechseln.

Wohnen, Essen und Transport (auf Rucksack-Niveau) ist etwas teurer als in Thailand

Deutsche Botschaft Kuala Lumpur

26th Floor Menara Tan & Tan
207, Jalan Tun Razak
50400 Kuala Lumpur
Tel: ++60-3-2170 9666
http://www.german-embassy.org.my/

Die Dienststunden der Botschaft sind von Montag bis Donnerstag von 7:30 Uhr bis 16:00 Uhr, am Freitag von 7:30 Uhr bis 13:30 Uhr. Die Öffnungszeiten der Konsularabteilung sind: Montag bis Freitag von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr.

Sprache

Die Landessprache (Bahasha Malaysia) ist sympathisch unkompliziert. Die Grammatik ist überschaubar; Aussprache, wie es geschrieben wird. Etliche Ausdrücke sind dem Englischen entlehnt. Zudem weitgehend identisch mit dem Indonesischen. Wer auch dieses Land bereist (hat), muss nur einmal lernen. 

Guten Morgen
selamat pagi
Guten Tag
selamat petang
Guten Abend 
selamat malam
Wie Geht's
apa khabar
Danke
terima khasih

Kuala Lumpur 
(dt.: "schlammiger Fluss")

Irgendwo zwischen den Weltmetropolen Bangkok und Singapur liegt KL. Und es liegt im Schatten dieser Städte. Selbst wer noch nie in Bangkok oder Singapur war, kann mit diesen Orten einige Klischees verbinden. Auch wenn die wiederum nicht immer freundlich sind; diese Städte haben immerhin internationale Bedeutung. Und KL? Dazu fällt kaum jemandem etwas ein. Vermutlich wurmt viele der 1,8 Mio. Einwohner die Bedeutungslosigkeit ihrer Stadt. Einige einflussreiche und sonst wie reiche Bewohner KLs versuchen das durch städtebauliche und architektonische Highlights zu kompensieren.

Die Petronas-Twin-Towers in KL durften sich lange Zeit mit dem Attribut "höchstes Gebäude der Welt" schmücken. Inzwischen überragt der "Taipei 101" - Turm in Taiwan die Twin Towers um einige Meter; in Shanghai wird noch Höheres gebaut. Imposant sind die Türme in KL dennoch. 

Der Flughafen in Sepang, nahe KL, ist einer der Wenigen weltweit, die jetzt schon mehrere der geplanten Gigantenjets Airbus A 380 hintereinander abfertigen könnten. Dass auf dem Megahub derzeit eine Geschäftigkeit wie in Dortmund-Wickede tobt, ist wohl ein Schönheitsfehler. In Sepang befindet sich zudem die einzige Formel 1 Rennstrecke der Region. 

KL ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Wenngleich kleiner und weit weniger charmant als Bangkok. Muslimische Arbeitsethik prägt das Leben in den Straßen, in denen es weniger Müßiggang als in BKK gibt. Alles strenger und reglementierter, wilde Garküchen sind etwa fast überall ausdrücklich verboten. Sitzgelegenheiten (Bänke!) gibt es fast nirgends, für nichtsnutzige Entspannung ist ohnehin in der Boomtown keine Zeit.

Aber architektonisch überaus interessant (die großartigen Petronas-Twin-Towers, der Fernsehturm mit überragendem Blick, in jeder Hin- und Aussicht). "Little India", die faszinierendste und indischste Kolonie außerhalb Indiens. Dazu grandiose Kolonialgebäude aus der Zeit des Britischen Empire, in behutsamer, einfühlsamer Architektur. Und viele überraschend Entdeckungen auf den zweiten Blick. Zudem der ruhigste Ort in Südostasien: In der licht- und luftdurchfluteten, katholischen St. Johns Cathedral ist man/frau dem höheren Wesen seiner Wahl nahe wie sonst nirgends.

Wohnen: Billige (und sehr einfache) Absteige: "Backpackers" in der Jalan Sultan, Chinatown, um die Ecke am Pudurahaya Busterminal (wo die Busse aus Thailand ankommen).

Malaysia im Netz

Jan mailt diesen den Link zu dieser guten Seite (Englisch): www.backpackingmalaysia.com

 

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