Laos:
Allgemeine Reiseinfos
"Thailand ist voll touristisch", mosern die einen. "Kambodscha ist
voll gefährlich", warnen die anderen. Dann ist vielleicht Laos das
richtige Reiseziel: untouristisch, eher ungefährlich und ziemlich
Asiatisch.

Auch Laoten fahren Toyotas und telefonieren mit dem Handy, doch
alles in allem hinkt Laos in der Entwicklung dem Nachbarland Thailand um etliche
Jahre hinterher. Tatsächlich jagen in Laos noch heute
einige Menschen mit Pfeil und Bogen. Das Jahreseinkommen beträgt dort 491
US-Dollar. Thais verdienen im Schnitt 2.800 USD.
Von Thailand kommend, fallen schon kurz hinter der Grenze die
deutlich schlechteren Straßen auf. Vielleicht täuscht der Eindruck,
aber entlang den Straßen scheint noch mehr Müll zu lagern.
Außerhalb größerer Orte fahren weniger LKW und PKW als in Thailand
und selbst innerorts fließt der Verkehr eher überschaubar.
Gut sortierte touristische Infrastruktur findest du vor allem in der
Hauptstadt Vientiane, zudem in größeren Orten wie Pakse oder
Luang Prabang. Sonst ist das Angebot deutlich dünner als
in Thailand.
"Laos ist wie Thailand vor 20 Jahren", erzählte mir eine erfahrenen
Travellerin und so fühlt es auch oft an. Beschauliches Asiatisches
Leben kannst du hinter jeder Ecke entdecken: eine Gänsemagd treibt
ihr Federvieh über spärlich befahrene Straßen; ein Bauer stapft
hinter seinem Ochsen durchs Reisefeld; alte Männer spielen Schach am
Straßenrand. Das gesamte Land ist spürbar weniger betriebsam als das
boomende Thailand.
Laos kurz & knapp
Laos grenzt im Norden und Westen an Thailand, lange getrennt durch den
Mekong.
Laos ist Volksrepublik (und war Schwerpunktland der
entwicklungspolitischen Zusammenarbeit für die DDR) und wird von rund
5,8 Millionen Menschen bewohnt.
Für die Einreise benötigst du ein Visum, dass du entweder vorab
beantragen musst (Aufenthalt über 30 Tage) oder bei der
Einreise bekommst (Aufenthalt bis 30 Tage) - mehr unten
Offizielle Währung: Kip (LAK). Heimliche Währung: US-Dollar und
Thailändische Baht. |
Visum
1. Du willst länger als 30 Tage in Laos bleiben.
Wende dich am besten vor der Reise an die Botschaft in Berlin:
Botschaft der Demokratischen Volksrepublik Laos
Bismarckallee 2A
14193 Berlin
Tel.: 030/89060647
Fax: 030/89060648
Du kannst ein Visum
auch in Bangkok beantragen.
Jedes Bangkoker Reisebüro besorgt dir eines bei der Laotischen Botschaft
in Thailand.
2. Du bleibst maximal 30 Tage in Laos
Das schreibt das Deutsche Auswärtige Amt im Juni 2007:
"So genannte "Visa upon Arrival" können für einen Aufenthalt von 30
Tagen bei der Einreise an den internationalen Flughäfen Vientiane, Luang
Prabang und Paksé sowie an den internationalen Grenzübergängen gegen
Vorlage von gültigem Reisepass, 2 Lichtbildern sowie Nachweis über
Rück-/Weiterreise und Unterkunft (durch Reiseveranstalter oder
Gastgeber) zum Preis von 30 US$ beantragt werden. Die Erteilung von Visa
liegt im Ermessen der laotischen Behörden."
Auswärtiges Amt / Einreise nach Laos
Dei Einreisebestimmungen werden mitunter geändert. Sicher und einfach
ist es, sich ein Visum vorab in Bangkok zu besorgen. Den Service klassen
sich Thailändische Reisebüros mit rund 1.500 Baht vergüten.
Passbilder: 2 Stück brauchst du für das Visum. Die knipsen und
drucken dir beispielsweise Fotolabore in der
Khao San Road.
Lesererfahrung. Kicki mailt im Mai 2007:
Hi! Wir sind gestern über Chong Mek nach Laos eingereist und haben
an der Grenze ohne irgendwelche Fragen ein 1-Monatiges Visa für
1300 Baht bekommen. Also US-Dollar muss man (zumindest als
Deutscher) nicht mehr bereit halten.
Einreise
Von Thailand aus:
1. In den Norden, über Nong Khai
und dort die "Brücke der Freundschaft" nach Vientiane
2. In den Westen, über Ubon Ratchathani und
dann Piboon und Chong Mek
Sicherheit
Auch Laos gilt als eher sicheres Reiseland.
Entlang der Nationalstraße 13 nach
Luang Prabang kam es in den
vergangenen Jahren vereinzelt zu Überfällen. Seit mehreren Jahren ist
auch dort ruhig, dennoch sollten Touris dort besser mit seriösen
Reiseunterunternehmen und nicht auf eigene Faust fahren.
Sicherheitshinweis des Auswärtiges Amtes
Geld
Die offizielle Währung heißt Kip und ist gelinge gesagt
Spielgeld. Die heimlichen Währungen heißen US Dollar und
Thailändischer Baht.
Jahrelange Inflation hat den Wert des Kip ruiniert. Für ein Essen an der
Garküche zahlst du locker 50.000 Kipse.
Praktisch überall werden Baht akzeptiert. Nützlich ist, sich mit denen
auszustatten und nur Kipse zu tauschen, wenn es unvermeidlich ist. Zumal
du überzählige Kipse vor der Ausreise nur schlecht wieder zurück
tauschen kannst.
Finanztipp:
Mehr zur originellen Währung in Laos
Unzufrieden mit dem Sparbuch der Volksbank und seinen lausigen 0,9%
Zinsen?
Leg dein Geld doch in Laos an! Die Thai Farmers Bank in Vientiane
bietet echte 9,0% (nicht 0,9%) für Anleihen in Laotischen Kip. Die
selbe Bank zahlt für Anleihen in US - Dollar gerade mal 1,2%.
Eine solche Monsterrendite sollte eigentlich die Finanzströme der
Welt nach Laos lenken. - Tut sie aber nicht. Denn:
Kein Mensch will Kipse, weshalb die Laotischen Finanzbehörden ein
paar Tricks aus dem Hut zaubern, um die Scheine doch noch los zu
werden: merkwürdige Umtauschbedingungen und hohe Zinsen zum
Beispiel.
Das Problem ist: wenn Dein Laotisches Kip-Konto in einem Jahr
ausgezahlt wird, bekommst Du zwar 7,5% mehr Zinsen als anderswo.
Aber in Kipsen. Und die sind zwischenzeitlich mindestens 8,5%
weniger Wert als vor Jahresfrist.
Inflation und Abwertung haben Deinen Gewinn im Mekong versenkt.
Nur, weil kein Mensch Kipse will... Ist aber auch eine enorm unpraktische
Währung. Ein gutes Frühstück kostet locker 40.000 Kip. Für einen
EUR bekommst Du 12.300 Kip. Der größte Schein ist der 50.000er.
Aber der ist selten. Die Banken rücken den nur ungern raus. Wer
einen TC für 50 EUR einlöst, erhält ein Packen von 60 Scheinen zu
10.000 Kip. Das passt schon nicht mehr in die Geldbörse. Ein paar
100.000 wandern in die Hosentasche.
Wer mehr tauschen will, sollte Plastiktüten mitnehmen. Tatsächlich
schleppen Laoten Geld in Tüten und Reisetaschen aus den Banken. Die
Hauptbeschäftigung Laotischer Bankangestellter ist die Verwaltung
von Papierbergen.
Das Geld wird in ziegelsteingrossen Blöcken geliefert.
Verpackungsfolie der Blöcke verstopft den Kassenraum. Die
Angestellten scheinen der Papierflut kaum Herr zu werden. Eine
große Anschaffung, etwa ein PC, eine Maschinen oder gar ein Auto
ist in Papier aufzuwiegen.
Weil die Kipse ebenso unpraktisch wie wertlos sind, sind US-Dollar
sowie Thai-Baht die wahren Währungen in Laos.
Daher muss auch niemand bei der Einreise Kipse eintauschen, der die
genannten Scheine in der Tasche hat.
Besser die wertvollen Baht oder Dollar behalten und nur in
homöopathischen Mengen gegen Kipse wechseln.
Zumal die Kipse praktisch nicht rückgetauscht werden können.
Jedenfalls nicht offiziell, weshalb Touris kurz vor der Ausreise
noch hektisch nach Schwarzmarkt-Devisenhändlern suchen; - oder
last-minute noch überteuerten Asienkitsch erwerben.
Fazit: Die Laotische Währung heißt Kip und ist buntes Spielgeld.
Die Laotische Wirtschaft ist weltweit eine der schwächsten. Hier
besteht ein Zusammenhang.
Übrigens: Laos ist eines der letzten Länder der Erde, an dessen
offiziellen Gebäuden rote Fahnen mit Hammer und Sichel wehen.

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