Lesens- und sehenswertes über Thailand und
Umgebung
"Kakerlaken" - von Jo Nesbo
Einen Krimi über einen Mord können Autoren überall platzieren. Geht es jedoch auch um Kindersex, dann wählen sie Bangkok als Schauplatz.
Entsprechend schickt Jo Nesbo seinen ebenso versoffenen wie scharfsinnigen Helden in die Thailändische Hauptstadt, um den Mord am Norwegischen Botschafter aufzuklären.
Kinderprostitution ist nur eine Nebenhandlung. "Wenn wir schon mal in Bangkok sind...", hat sich Jo Nesbo wohl gedacht und ein paar Päderasten durch das Buch gejagt. Aber hauptsächlich geht es um den einen oder anderen Mord. Die Handlung hätte somit auch anderorts einen klasse Krimi ergeben. - Wir freuen uns dennoch, dass "Kakerlaken" nicht in Buenos Aires oder Sydney spielt und wir Stimmungen und Orte in Bangkok wieder erkennen oder gar neu kennen lernen (oder warst du schon mal im Oriental zum Tee?) und ganz nebenbei das eine oder andere über Thailand zu erfahren. Zwar wussten wir schon Dank thaiminator.de, was ein Farangs oder ein Kathoi ist. Den Mangoschauer kannte aber bisher allein Jo Nesbo.
Als Taschenbuch bei Ullstein
oder gut gelesen bei Hörbuch Hamburg
"Same Same" - Notizen aus der Khao San Road
von Stefan Blank
Stefan
Blank fotografiert die Khao San Road. Seine Bilder fangen messerscharf
das ein, was wir für typisch halten. Und sie zeigen Details, die wir
fast übersehen hätten.
Dabei ist das Buch kein Bildband. Stefan fotografiert mit Worten. Er
komponiert Sätze, Floskeln und Erlebnisse zu präzisen Momentaufnahmen.
Vier oder fünf Seiten lang sind seine Bilder. Du kannst irgendwo
anfangen zu lesen und irgendwo aufhören. Das ziemt sich, denn die reale Khao
San Road hat keinen großen Handlungsbogen und vor allem keinen Sinn. Sie fängt
an, wenn du kommst und endet, wenn du sie verlässt.
Wir treffen manche skurrile Typen wieder, mit denen wir in Prakorbs
House gesoffen haben und erfahren unter anderem warum Prostituierte
Insekten schätzen oder wo Trendscouts die angesagteste Moonparty
vermuten. Auch vor Selbstversuchen in Sachen Thai Boxing und Meditation
schreckt der Autor nicht zurück. Sein erfreuliches Resume: "Aus der
alten Buddhistischen Lehre von Buddha, Dhamma, Sangha wird eben wieder
die moderne Lehre des Traveller-Lebens: Bett, Durex und Singha".
Fazit: "Same Same" ist die ideale Dosis Fernweh für zwischendurch und
unterwegs für alle, die keinen glattgebügelten Kulturquatsch lesen
wollen. Bestens geeignet, um sich auf eine Reise einzustimmen oder um
in Reiseerinnerungen zu schwelgen.
Sonderpunkte gibt es von thaiminator.de für die Farbe des Einbandes
sowie dafür, dass Stefan Blank die offizielle Homepage der KSR zitiert.
Die wiederum bezieht ihre Deutschen Texte von uns.
Stefan Blank: "Same Same" - Notizen aus der Khao San Road
Fairhandelsgenossenschaft dwp e.G. Ravensburg 2009
ISBN 978-3-00-026804-5
8,90 Euro
http://www.stefanblank.com/
"Nana Plaza" von Christopher G. Moore
Geahnt haben wir es immer: es gibt da noch ein anderes Bangkok. Nicht
dieses Bangkok, das wir Touristen kennen, mit goldglänzenden Palästen,
gepflegten Guesthouses und Travellerkneipen, in denen freundliche Jungs
und Mädchen Holländisches Bier und Italienischen Kaffee servieren.
Es gibt noch ein dreckiges Bangkok, in dem elende Gestalten durch
Schlamm kriechen und in der "Verbrechen" etwas anders meint, als von
einen TukTuk-Fahrer um 20 Baht beschummelt zu werden.
"Nana Plaza" handelt von den wirklich üblen Verbrechen im schmutzigen
Bangkok. Es spielt im vermüllten Schatten der Hochstraßen und in den
Ecken, in sich selten ein Tourist verirrt. Und es handelt von den
Menschen, die in diesem Bangkok leben: Bullen, Gangster und Yings, die in ihren Hongs lustlosen Geschäften nachgehen.
Fazit: Cristopher G. Moores Buch führt in ein Bangkok, das die
meisten vermutlich gar nicht persönlich kennen lernen wollen. Man kann
es also trefflich im "sicheren" Bangkok der Touristen durchschmökern.
Ganz nebenbei ist es übrigens auch noch ein spannender Krimi.
Christopher G. Moore:
Nana Plaza
Unionsverlag Taschenbuch
ISBN: 3293202047
EAN: 9783293202047
9,90 Euro
Das Buch: Rucksacktourist Richard landet in Thailand, Bangkok, Khao San Road. Bis dahin ist alles wie bei allen. Doch schon im Guesthouse in Bangkok beginnt ein Abenteuer, das so oder ähnlich kein Tourist wie ich und du erlebt. – Gut so, denn das wollen wir auch gar nicht. Autor Alex Garland weiß, worüber er schreibt. Er lungerte selbst in der Road herum, langweilte sich auf Ko Samui und hüpfte auf Fullmoon Partys durch den Sand. Er entfaltet nicht nur eine packende Story, er seziert Seelenlandschaften verschiedener Typen von Rucksackreisenden und analysiert scheinbar beiläufig die Absurdität des Reisens an sich. Absolut empfehlenswert!
Der Film: Bilder aus Thailand: sonnige, helle und lichte Strände, schöne junge Menschen, die im türkisklaren Wasser planschen. – Trotz vieler solcher kitschbunten Bilder, ist der Film letztlich düster. Die meisten Bilder sind dunkel. Das Vergnügen unter Palmen ist Fassade für einen abgründigen Alptraum. Paradiese gibt es nicht, und das liegt an den Menschen, ist seine Botschaft. Aber eigentlich wussten wir das schon. Daher definieren wir eben Ko Samui oder Phuket zum Paradies und freuen uns, wenn dort abends in einer Kneipe am Strand ein gut gemachter Film wie „The Beach“ flimmert.
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